
OSZILLATIONEN
ThemaWenn wir Kinder beobachten, fällt auf, wie dramatisch sie Gefühle ausdrücken: durch lautes Lachen, traurige Blicke, ergreifendes Weinen, wutentbranntes Brüllen oder stummes Fragen. Es gibt unendlich viele Abstufungen, Nuancen, sinnlich-poetische Momente, und sie alle sind sehr ergreifend.
Die Kinder dieser Portraitreihe stellen sich nicht kindlich dar. Ihr Ausdruck entstand abgetrennt vom Außenleben situativ aus ihnen heraus. So ist es ihr innerstes Selbstgefühl, mit dem sie sich fotografieren ließen.
Inhalt
Entstanden sind Fotografien, die zu Projektionen der Einbildungskraft werden: was passiert in uns, was denken wir über diese Kinder, den Seelenzustand in dem sie sich befinden? Haben wir eine Ahnung, eine vage Erinnerung?
Die Art dieser Wahrnehmung wird beeinflusst durch unser Wissen, unseren Glauben und unsere Erfahrungen.
Das ornamentierte Glas hat für die Kinder eine trennende Funktion. So entsteht eine Schutzwand für ihre Empfindungen, deren Grenze zur Kamera hin auch deutlich für die Kinder spürbar ist.
Gleichsam mag das Glas dem Betrachter Schutz bieten, in Ruhe beunruhigt zu sein und nachzudenken. Aber der Betrachter selbst bleibt nicht unsichtbar. Er schaut, und einige der Kinder beobachten ihn dabei.
Die Gefühlswelt der Kinder oszilliert zum Betrachter und umgekehrt. So wie das Glas zerbrechlich ist, ist es die erzeugte Assoziation, die im nächsten Moment wieder zerfallen kann und einer anderen Raum gibt.